Hast du dich jemals gefragt, warum du manchmal das Gefühl hast, nicht anders zu können, als dich immer wieder auf eine bestimmte Weise zu verhalten? Vielleicht kannst du nicht anders, als Dinge bis ins kleinste Detail zu perfektionieren. Oder du spürst eine innere Unruhe, die dich ständig antreibt, schneller zu sein, mehr zu tun, keine Schwäche zu zeigen?
Diese Muster sind kein Zufall. Sie sind tief in uns verankert – und sie haben eine Geschichte.
Woher kommen die inneren Antreiber?
Die 5 inneren Antreiber sind keine bloßen Gewohnheiten, sondern psychologische Programme, die in unserem Unterbewusstsein laufen. Sie entstehen nicht plötzlich, sondern sind das Ergebnis einer langen Entwicklung – sowohl individuell in unserer Kindheit als auch evolutionär in der Geschichte der Menschheit.
Die 5 inneren Antreiber sind:
- Sei stark!
- Streng dich an!
- Sei perfekt!
- Mach es allen recht!
- Sei schnell!
Schon immer war der Mensch ein soziales Wesen. Unsere Vorfahren haben in Gruppen gelebt, weil es für das Überleben notwendig war. Wer nicht kooperierte, wer zu langsam war oder Fehler machte, konnte schnell zum Außenseiter werden – und das bedeutete Gefahr. Unser Gehirn hat also Mechanismen entwickelt, die uns dabei helfen, Teil der Gemeinschaft zu bleiben.
Diese tief verankerten Überlebensstrategien haben sich über Jahrtausende bewährt. Doch in der heutigen Welt, in der wir nicht mehr ums nackte Überleben kämpfen, wirken sie oft fehl am Platz. Sie treiben uns an, auch wenn es gar keine "echte" Bedrohung gibt.

Gesundes oder (stark/schwach) ausgeprägtes Level?
Jeder der 5 inneren Antreiber hat ein ausgeglichenes, ein gesundes Level. Gesund bedeutet in diesem Zusammenhang selbstbestimmt und bewusst.
Dann wirken diese unterstützend, motivierend, detailorientiert, effizient und emphatisch. Gesund bedeutet in diesem Zusammenhang, dass jeder innere Antreiber selbstgesteuert ist, man sich selbst also bewusst steuern kann.
Wir bemerken dann an uns selbst, wie wir uns verhalten. Wir können eigenständig entscheiden, ob wir uns weiterhin so verhalten wollen oder ob wir eine Veränderung benötigen. Wir bemerken aktiv ein "zu viel" oder "zu wenig" und reagieren. Beispielsweise, wenn wir genug gegessen haben und satt sind. Dann wissen wir, dass wir uns mit jedem weiteren Bissen nichts Gutes tun würden. Das ist dann der Moment, in dem wir entscheiden können, wie wir reagieren.
Zu stark ausgeprägt - was genau bedeutet das?
Wenn wir Menschen um uns herum haben oder hatten, die unsere eigene Entscheidung längerfristig destruktiv hinterfragen, uns diese eigene Entscheidung und Sichtweise absprechen, verändern sich diese innere Antreiber. Da wir evolutionär Teil der Gruppe bleiben möchten, strengen wir uns mehr an, versuchen noch schneller zu sein oder verlieren uns in Details.
Der Fokus unserer inneren Antreiber richtet sich dann nicht mehr auf uns selbst, sondern auf die anderen. Und genau dann beginnen wir uns selbst nicht mehr zu vertrauen. Statt des eigenen Gefühls benötigen wir dann die Meinung der anderen.
Wenn ein Antreiber zu schwach ausgeprägt ist, kann das bedeuten:
- dir fehlten Vorbilder oder mangelnde Aufmerksamkeit
- Überbehütung
- du konntest keine eigenen Erfahrungen machen
- Unterdrückung durch Entmutigung oder Trauma
Ein zu schwach ausgeprägter innerer Antreiber kann im Alltag dazu führen, dass es schwerfällt, sich selbst zu motivieren, Verantwortung zu übernehmen, Herausforderungen anzunehmen oder klare Grenzen zu setzen – was wiederum Unsicherheiten, Prokrastination oder soziale Schwierigkeiten nach sich ziehen kann.

Die Kindheit als prägendste Phase
Neben den evolutionären Prägungen spielt auch unsere individuelle Kindheit eine entscheidende Rolle. Als Kinder sind wir abhängig von unseren Bezugspersonen – von ihrer Zuwendung, ihrer Liebe, ihrer Anerkennung. Also passen wir uns an, um diese zu bekommen.
Vielleicht hast du gelernt, dass du besonders viel Lob bekamst, wenn du dich angestrengt hast. Oder dass Fehler bestraft wurden. Oder dass es besser war, deine Gefühle nicht zu zeigen, um stark zu wirken.
Aus solchen Erfahrungen entsteht die Ausprägung der inneren Antreiber – sie sind Schutzmechanismen, die uns helfen, in unserer Umgebung zurechtzukommen.
Wie genau deine Antreiber ausgeprägt sind und welche konkreten Erfahrung diese bei dir ausgelöst haben, ist der Fokus in einem Antreiber-Coaching.
Dort lernst du auch, wie du diese Erfahrungen "abschütteln" kannst, um wieder selbstbestimmt agieren zu können.
